Großbrand an der Rheinschanzinsel beschäftigt die Feuerwehren aus Philippsburg, Wiesental und Oberhausen-Rheinhausen

Gegen 04:11 Uhr am 07.01.2022 löste die ILS Karlsruhe Großalarm für die Wehren aus Philippsburg, Wiesental und Oberhausen-Rheinhausen aus.

Bei einem ehemaligen, inzwischen denkmalgeschützten Hofguts stand eine circa 50 x 15 Meter große Scheune in Vollbrand. „Die Scheune war bei meinem Eintreffen schon nicht mehr zu retten“ erläuterte Rudolf Reiß, Kommandant der Philippsburger Feuerwehr, der als einer der ersten Einsatzkräfte an diesem Gestüt eintraf. „Genau vor 3 Jahren hat es ca. 500 Meter weiter die Straße entlang gebrannt“ berichtete er im weiteren Gesprächsverlauf.

Aufgrund der aussichtslosen Lage, die Scheune an sich nicht mehr retten zu können wurde eine Riegelstellung zum quer angebauten, ehemaligen Wohnhaus vorgenommen. Mit insgesamt 5 Rohren, hiervon einem über die hinzu alarmierte Drehleiter aus Wiesental konnte ein Flammenaufschlag zwar nicht vollständig verhindert, der Wohntrakt jedoch geschützt und gerettet werden.

„Wir verzichteten komplett auf einen Innenangriff im Bereich der Scheune, da aufgrund der hohen Brandlast, sowie der außen gelagerten Strohballen und Holz der Eigenschutz der Einsatzkräfte oberste Priorität hatte“ berichtete Rudolf Reiß.

„Diese Strohballen waren eigentlich für das Ahrtal bestimmt, doch da dort aktuell noch kein Bedarf bestand, sind sie noch hier“ erzählt traurig der hinzugekommene Eigentümer. „Alles ist hierzu organisiert, sogar die Spedition, die durch Spenden finanziert wird, stehe parat“.

Auch er musste mit ansehen, wie mit über 10 Rohren die Flammen bekämpft wurden. Da sich dieses ehemalige Hofgut weit außerhalb von Philippsburg befindet, das Wassernetz aufgrund der Vielzahl der Rohre in diesem Bereich ausgelastet war, wurden jeweils 2 B – Leitungen nach Philippsburg sowie in das nahe gelegene, ehemalige Kernkraftwerk aufgebaut. Diese Aufgabe wurde durch die Kameraden der Werkfeuerwehr KKP übernommen. „Früher wäre das nicht so einfach gegangen – da hätten die Kameraden viel früher wieder einrücken müssen, um den Grundschutz auf dem Firmengelände sicherzustellen“ berichtete Rudolf Reiss.

Mit Hilfe eines durch den städtischen Bauhof zur Verfügung gestellten Radladers sowie eines Baggers konnte die Brandlast auseinandergezogen werden.

Die Nachlöscharbeiten werden die Kameraden aus Philippsburg noch bis in den Abend in Anspruch nehmen. 

Im gesamten Verlauf waren über 100 Einsatzkräfte aller Philippsburger Abteilungen, sowie den beiden Überlandhilfewehren aus Oberhausen-Rheinhausen sowie Waghäusel unter der Leitung von Kommandant Rudolf Reiß im Einsatz. Aufgrund des Meldestichwortes „Gebäudebrand“ rücken automatisch die Kameraden aus Oberhausen-Rheinhausen als Führungsgruppe, sowie die Drehleiter aus Wiesental sowie hierzu ein Löschfahrzeug aus. Aufgrund der Lage wurde ein weiteres Löschgruppenfahrzeug aus Wiesental hinzudisponiert. Der Einsatz gestalte sich zwar langwierig, weitere Wehren zur Unterstützung waren nicht mehr notwendig. Die Werkfeuerwehr EnBW (KKP) rückte ebenfalls zur Unterstützung aus. Insgesamt 4 Streifen der Polizei, sowie mehrere Einsatzbeamte der Kriminalpolizei sperrten die Einsatzstelle weiträumig ab, bzw. nahmen die ersten Ermittlungen auf. Der anfangs hinzu disponierte Hubschrauber der Polizei konnte zeitnah wieder abdrehen. Mit insgesamt 10 Mann vom Rettungsdienst sowie der DRK-Bereitschaft Philippsburg waren die Kameraden des Rettungsdienstes vor Ort. Die Organisation hatten hier: M. Gay sowie R. Kullmann. Die Bereitschaft des DRK Philippsburg versorgte in gewohnt souveräner Manier alle anwesenden Einsatzkräfte. Die Schadenshöhe wurde inzwischen auf ca. 150.000 Euro beziffert.