Die Leiter der Altersabteilungen aus den 32 Gemeindefeuerwehren im Landkreis Karlsruhe haben sich zu ihrer Arbeitssitzung im Feuerwehrhaus Bretten getroffen. Kreisaltersobmann Rudolf Dieterle freute sich über die Anwesenheit von Knut Bühler, Erster Landesbeamter (ELB) aus dem Landratsamt Karlsruhe. Dieterle konnte außerdem Kreisbrandmeister Jürgen Bordt sowie den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Eckhard Helms, begrüßen.

Der hauptamtliche Feuerwehrkommandant der Stadt Bretten, Oliver Haas, stellte die Stadt und die Feuerwehr Bretten vor. „Wir sind personell die stärkste Feuerwehr im Landkreis und verfügen über eigenständige Abteilungen in allen zehn Stadtteilen“, erläuterte Haas zur Größe und Struktur der örtlichen Feuerwehr.

Oberbürgermeister Nico Morast nutzte die Gelegenheit, um sich bei den Vertreterinnen und Vertretern der Altersabteilungen aus dem ganzen Landkreis für deren jahrelange ehrenamtliche Arbeit zu bedanken. Morast verwies außerdem auf die neue Bedeutung der Aufgaben der Städte und Gemeinden im Bereich Zivilschutz. „Die Stadt Bretten hat auf diese Herausforderungen bereits reagiert und im Rahmen einer Stabsstelle die personellen Voraussetzungen geschaffen“, berichtete der OB. Dass auch das Landratsamt hier bereits Vorsorge getroffen hat, ergänzte Knut Bühler.

In seinem Fachvortrag ging Bühler auf die aktuelle Sicherheitslage in unserem Land ein. „Auch wenn wir auf der kommunalen Ebene nur die zweite Rückfallebene darstellen, müssen wir uns intensiv mit den neuen Aufgaben und Herausforderungen auseinandersetzen“, führte er aus. Diese Aufgaben haben nach über 30 Jahren wieder deutlich an Bedeutung gewonnen.

Erster Landesbeamter Knut Bühler beim Vortrag der Leiter der Altersabteilungen der Feuerwehren im Landkreis Karlsruhe

Ein wichtiger Bestandteil ist die Sensibilisierung und Information der Bevölkerung zur Selbstvorsorge. „Wir haben gerade heute die neuen Broschüren des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erhalten“, berichtete Bühler weiter. Diese Broschüre enthält in gelungener Aufmachung wertvolle Tipps und Hinweise zum Verhalten in Einsatzlagen mit Gefahren für die Bevölkerung. „Ich kann Ihnen heute jeweils ein Exemplar mitgeben und bin mir sicher, dass Sie diese Inhalte auch in Ihren Feuerwehren, Familien und bei Bekannten verbreiten“, stellte Bühler fest. Mit der Beantwortung verschiedener Fragen aus dem Kreis der über 40 Teilnehmenden konnte er seinen sehr interessanten Vortrag schließen.

Kreisbrandmeister Jürgen Bordt und Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Eckhard Helms informierten über aktuelle Entwicklungen im Feuerwehrwesen. So wurde angekündigt, dass derzeit das Feuerwehrgesetz in Baden-Württemberg überarbeitet und fortgeschrieben wird. „Sobald erste Inhalte, auch zu einer möglichen Veränderung der Altersgrenze in den Einsatzabteilungen, vorliegen, werden wir die Altersobleute unterrichten“, sicherte Dieterle zu.


Erster Landesbeamter Knut Bühler (Bildmitte) stellt die Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ zusammen mit (v.l.n.r.) Feuerwehrkommandant Oliver Haas, Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Eckhard Helms, Oberbürgermeister Nico Morast (Bretten), Kreisbrandmeister Jürgen Bordt und Ehrenverbandsvorsitzender Rudolf Dieterle vor.

Zur Information der Bevölkerung verwies Eckhard Helms auf das Fachgebiet Prävention des Kreisfeuerwehrverbandes. Die von Nicole Baureithel geleitete Gruppe informiert in Vorträgen und Veranstaltungen über die Inhalte der vorgestellten Broschüre und regt die Bürgerinnen und Bürger auch zur Selbsthilfe an.

So konnte Nicole Baureithel bei einem Workshop der Volkshochschule Ettlingen/Waldbronn 20 Teilnehmende zum Thema „Stromausfall – was nun?“ über Zivil- und Katastrophenschutz informieren. „Nach vielen Vorträgen, etwa im Rahmen der offerta, bei Seniorentreffen oder bei Personalversammlungen von Gemeindeverwaltungen, war der Workshop eine neue Erfahrung in der Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger bei diesem wichtigen Thema“, stellte Baureithel als Fazit zu ihrem ersten VHS-Workshop fest.

Fachgebietsleiterin Nicole Baureithel beim Workshop der VHS Ettlingen/Waldbronn

Nach einer kurzen Einführung in die Aufgaben und Strukturen der im Zivil- und Katastrophenschutz tätigen Organisationen und Einrichtungen wurde im Workshop intensiv gearbeitet. In vier Gruppen wurden die Themen Bombenfund im Stadtgebiet, Hochwasser im Ortsgebiet, Stromausfall sowie Großbrand in einem Industriegebäude in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung behandelt. Die Risiken wurden beleuchtet und Vorschläge für das eigene Verhalten erarbeitet. „Wir hatten nach dem Sturm Lothar vier Tage keinen Strom und anfänglich auch kein Trinkwasser“, berichtete ein Teilnehmer von seinen persönlichen Erfahrungen. Diese flossen ebenso in die Ausarbeitungen ein wie die guten Vorschläge weiterer Teilnehmender.

„Obwohl fast alle erarbeiteten Ergebnisse den Hinweisen der Broschüren entsprachen, kamen doch neue und zusätzliche Hinweise und Vorschläge aus dem Kreis der Teilnehmenden hinzu“, stellte Baureithel fest. Sie informierte außerdem über verschiedene Wege und Mittel zur effektiven Warnung der Bevölkerung vor Gefahren. Mit vielen guten und neuen Tipps für alle Teilnehmenden konnte der erste Workshop an der VHS erfolgreich abgeschlossen werden.