Weingarten (Baden) Die sehr hohen Außentemperaturen haben auch am Samstag zu zusätzlichen Einsätzen der Feuerwehren im Landkreis Karlsruhe geführt. So waren die Feuerwehren in Waghäusel, Bretten und Weingarten (Baden) wegen des Austritts von Gas aus einem Gasbehälter gefordert. In Weingarten führte dies zu einem längeren Einsatz mit einer größeren Anzahl von Einsatzkräften. Verletzt wurde niemand.
„Wir haben in einem Wohngebiet einen Propangasbehälter vorgefunden, bei dem das Sicherheitsventil ausgelöst hatte und dadurch Gas in die Umgebung abgegeben wurde“, berichtete Axel Oheim, stellvertretender Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter in Weingarten. „Obwohl wir mit einem Wasserschleier die Temperatur des Tanks schnell reduzieren konnten, führten die extremen Außentemperaturen immer wieder zu einer raschen Erwärmung und erneutem Auslösen des Ventils“, so Oheim weiter.
Die Feuerwehr Weingarten stellte mit zwei Löschfahrzeugen den Brandschutz im dicht bebauten Wohngebiet sicher und evakuierte die direkten Nachbarn. Unterstützung leistete die Feuerwehr Walzbachtal mit zwei zusätzlichen Löschfahrzeugen. Ein Rettungswagen sowie die DRK-Bereitschaft Weingarten waren zur Absicherung der Einsatzkräfte vor Ort.
Der zuständige Netzbetreiber für die Gasversorgung entsandte seinen Bereitschaftsdienst zur Unterstützung der Feuerwehr. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Bertram Maier wurden verschiedene Möglichkeiten zur Druckreduzierung im Gasbehälter erörtert. „Wir haben uns schließlich dafür entschieden, einen Teil des Inhalts über eine Armatur des Netzbetreibers kontrolliert abzufackeln“, erläuterte Oheim.
Da hierfür der Schutz der benachbarten Wohnhäuser sichergestellt werden musste, wurden weitere Feuerwehreinheiten hinzugezogen. Löschfahrzeuge aus Bruchsal, Stutensee und Pfinztal waren im Einsatz. Die Drehleiter kam aus Stutensee, das Löschunterstützungsfahrzeug aus Bruchsal. Aufgrund des ohnehin hohen Wasserbedarfs wurden zudem je ein Abrollbehälter Löschwasser aus Bruchsal und Eggenstein‑Leopoldshafen eingesetzt..
Nachdem der Brandschutz umfassend sichergestellt war, wurde ein Teil des Gases auf der Straße kontrolliert abgefackelt, wodurch der Druck im Behälter weiter reduziert werden konnte. Anschließend kam ein Gastankfahrzeug zum Einsatz, um weiteres Gas aus dem Tank zu entnehmen. Die Drohneneinheit der Freiwilligen Feuerwehr Kronau überwachte mit der Drohne das gesamte Einsatzgebiet und lieferte wertvolle Bilder für die Einsatzleitung.
Die evakuierten Anwohner wurden bei Bekannten und Verwandten oder in der Sammelstelle der Gemeinde Weingarten untergebracht. „Uns wurden temperierte Räume in der „mineralix arena“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur Einsatzstelle zur Verfügung gestellt“, berichtete Hauptamtsleiter Oliver Russell von der Gemeindeverwaltung. Mitarbeitende der Gemeinde übernahmen die Betreuung, bis die Sicherheit wiederhergestellt war.
Zwei Streifenwagenbesatzungen des Polizeireviers Karlsruhe-Waldstadt unterstützten die Evakuierung und sperrten gemeinsam mit der Feuerwehr den Gefahrenbereich ab. Insgesamt sechs Helferinnen und Helfer der DRK-Bereitschaft Weingarten versorgten die Einsatzkräfte mit kühlen Getränken. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung war zudem der diensthabende Wassermeister der Gemeinde unterstützend vor Ort. Es waren insgesamt über 90 Feuerwehrangehörige in Weingarten im Einsatz.
Bericht und Bilder: gei







