Ettlingen. Ein Brand in einem Gewerbegebiet im Ettlinger Albtal forderte am Dienstagnachmittag Feuerwehr und Rettungsdienst. Kurz vor 17 Uhr wurden die Feuerwehren aus Ettlingen und Waldbronn zu einem Dachstuhlbrand alarmiert. Gebrannt hatte es in einem Gebäude, das zum Abbruch vorgesehen war. Da auch mehrere Gasflaschen vom Feuer betroffen waren, bestand zeitweise Explosionsgefahr. Polizei und Feuerwehr evakuierten daher Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte aus dem umliegenden Industrie- und Gewerbegebiet.
Unter der Leitung des Ettlinger Kommandanten Luca Arsic waren zeitweise rund 120 Feuerwehrangehörige aus allen Abteilungen Ettlingens sowie aus den Nachbargemeinden Waldbronn und Malsch im Einsatz. „Wir konnten mit der Drehleiter und mehreren Löschrohren den Brand rasch bekämpfen. Das Auffinden von insgesamt vier Gasflaschen im Brandobjekt stellte uns jedoch vor eine besondere Herausforderung“, berichtete Arsic.
Die Kräfte bauten von der nahegelegenen Alb sowie über Hydranten eine leistungsfähige Wasserversorgung auf und kühlten die Gasflaschen. Während sich drei dieser Behälter im Gebäude befanden, lag eine weitere auf dem Dach des Brandobjekts.
Fachberater für Bau und Einsturz sowie Fachberater Chemie unterstützten die Einsatzleitung. „Nachdem eine besonders gefährliche Flasche während der Löscharbeiten ihre Position veränderte, mussten wir zum Schutz der umliegenden Personen schnell reagieren“, erklärte Arsic. Gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker und dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Dominik Wolf wurde ein Sicherheitsradius von 200 Metern eingerichtet und der Bereich vollständig evakuiert.
Die Polizei unterstützte bei der Evakuierung sowie bei der Sperrung der angrenzenden Landesstraße. Auch die Albtalstrecke der AVG wurde vorübergehend gesperrt. Der Rettungsdienst sowie ehrenamtliche Kräfte betreuten die evakuierten Personen. Insgesamt waren 39 Helferinnen und Helfer mit 14 Fahrzeugen unter der Leitung des organisatorischen Leiters Rettungsdienst, Yannick Bengert, im Einsatz. Auch der Psychosoziale Notfalldienst war vor Ort.
„Wir haben mit einem örtlichen Hotel vereinbart, dass die evakuierten Personen dort untergebracht werden können“, erklärte Bürgermeister Heidecker. Zur Bergung der auf dem Dach liegenden Gasflasche kam ein Spezialbagger des THW zum Einsatz. Die übrigen Gasflaschen konnten im Gebäude verbleiben. „Der Wasserstand im Gebäude war so hoch, dass die Flaschen vollständig im Wasser lagen“, erläuterte Arsic. Dadurch konnte eine aufwendige und gefährliche Bergung vermieden werden. Um 23 Uhr konnte deshalb auch Entwarnung gegeben werden. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Sperrungen wieder aufgehoben.
Für Schadstoffmessungen wurde das Erkundungsfahrzeug des ABC-Zuges aus Bretten eingesetzt. Die Messungen ergaben keine Gefahr für die Bevölkerung. Diese war zuvor über die Warn-App NINA sowohl vor Explosionsgefahr als auch vor möglicher Rauchbelastung gewarnt worden.
Zur Lagebeurteilung lieferte eine Drohne der Feuerwehr Kronau kontinuierlich Bilder. Unterstützt wurde die Einsatzleitung durch die Führungsgruppe der Feuerwehr Malsch.
Da sämtliche Kräfte der Feuerwehr Ettlingen gebunden waren, wurde zur Sicherstellung des Brandschutzes der Brandschutzzug Nord des Landkreises Karlsruhe nach Ettlingen verlegt. Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe stellte zudem einen Abrollbehälter mit Löschwasser bereit.




