Chemische Reaktion sorgt für größeren Gefahrguteinsatz

Durch eine thermische Reaktion in einem Altölfass und dabei entstehende Dämpfe, löste in einer Firma die Brandmeldeanlage aus. Mitarbeiter beobachten eine starke Rauch- und Wärmeentwicklung bis zum Eintreffen der Feuerwehr. Unter Hitzeschutz CSA (Vollschutz-anzüge) wurde die Reaktion unter Kontrolle gebracht. Die im Raum entstandenen Dämpfe mussten über Lutten und ein Entlüftungsgerät entfernt und im Freien mit Wasserdampf niedergeschlagen und verdünnt werden. Verletzt wurde niemand bei dem Einsatz.

Am Montagnachmittag wurde um 15:27 Uhr die Bruchsaler Feuerwehr zu einem Brandmeldealarm in die Heinrich-Blanc-Straße gerufen. Dort hatten im Öllager mehrere Melder die Anlage ausgelöst. Bei der Erkundung vor Ort wurde eine Rauch- und Wärmeentwicklung an einem 1000 Liter Altölfass festgestellt. Es wurden von der Feuerwehr Bruchsal die Umwelt- und Strahlenschutzgruppe und die Führungsgruppe nachgefordert. Weiter wurden über die Integrierte Leitstelle Fachberater Chemie nachalarmiert.

Unter Atemschutz mit Hitzeschutz Chemikalienschutzanzügen, wurde Schaummittel in das thermisch reagierende Altölfass aufgetragen, um die Reaktion einzudämmen und eine Kühlung zu erzielen. Im Außenbereich wurden zeitgleich entsprechende Maßnahmen zur Dekontamination der mit den Dämpfen in Kontakt getretenen Einsatzkräfte eingeleitet. Am Dekontaminationsplatz konnten die eingesetzten Kräfte mit Wasser abgespült und anhaftende Stoffe so verdünnt und neutralisiert werden.

Mit Messtechnik wurde die Belastung im Raum gemessen und es wurden Nitrose Gase festgestellt. Im Verlauf des Einsatzes stellte sich heraus, dass das Altöl wahrscheinlich mit einem Reinigungsmittel mit Salpetersäure in Berührung kam und daraufhin die Reaktion stattfand. Nach der Beratung der Fachberater Chemie Olaf Hässler aus Ettlingen, Julian Schepperle aus Stutensee, Thomas Neu und Klaus Fehrer aus Bruchsal wurde, nachdem das Gemisch im Altölfass durchreagiert hat, eine Entlüftung des Raumes vorbereitet.

Unter Atemschutz wurde das Entlüftungsgerät vor dem Raum platziert und über Lutten wurden die Dämpfe ins Freie vor die Halle geleitet. Ein weiterer Trupp hat unter Atemschutz die Dämpfe mit einem Sprühnebel niedergeschlagen und verdünnt.

Im Anschluss wurde die an den Raum angrenzende Halle mit dem LUF 60 belüftet und mit Messgeräten freigemessen. Bürgermeister Andreas Glaser machte sich vor Ort ein Bild über die Einsatzlage. Bei dem über mehrere Stunden andauernden Einsatz war der Rettungsdienst mit einem Rettungswagen und dem organisatorischen Leiter Klaus Müller zur Absicherung der Einsatzkräfte vor Ort.

Die Feuerwehr Bruchsal war mit insgesamt 65 Einsatzkräften unter der Leitung von Feuerwehrkommandant Bernd Molitor, unterstützt durch Abteilungskommandant Martin Schleicher, bis 20:15 Uhr im Einsatz.