Marxzell-Pfaffenrot. Ein Großbrand hat in der Nacht auf Donnerstag eine Lagerhalle im Marxzeller Ortsteil Pfaffenrot vollständig zerstört. Die rund 60 mal 45 Meter große Halle stand beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bereits in Vollbrand und stürzte im weiteren Einsatzverlauf vollständig ein.
Die Feuerwehr wurde um 0:24 Uhr alarmiert. Im weiteren Einsatzverlauf wurde das Alarmstichwort aufgrund der raschen Brandausbreitung und der bereits beim Eintreffen festgestellten Vollbrandlage auf Brand 5 erhöht. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich zunächst auf die Riegelstellung, um eine Ausbreitung des Feuers auf eine angrenzende Lagerhalle sowie das auf dem Gelände befindliche Verwaltungs- und Wohngebäude zu verhindern.
Zur Brandbekämpfung wurden mehrere Strahlrohre sowie zwei Drehleitern der Feuerwehren Waldbronn und Karlsbad eingesetzt. Aufgrund der enormen Wassermengen, die für die effektive Brandbekämpfung erforderlich waren, gestaltete sich die Sicherstellung der Löschwasserversorgung als besondere Herausforderung. Hierzu wurden unter anderem die Berufsfeuerwehr Karlsruhe sowie die Freiwillige Feuerwehr Eggenstein-Leopoldshafen mit Abrollbehältern Tank nachalarmiert, um eine kontinuierliche Wasserversorgung sicherzustellen. Zusammen mit weiteren Tanklöschfahrzeuge pendelten diese nach Karlsbad-Ittersbach, um dort Wasser aufzunehmen und zur Einsatzstelle zu transportieren. Ebenfalls konnten mehrere Zisternen, welche sich auf dem Gelände befinden, genutzt werden.
Die in der Halle gelagerten Materialien, sowie Wohnmobile, welche dort ebenfalls untergestellt waren, wurden vollständig zerstört. Durch die Hitzeentwicklung kam es zudem zur Explosion mehrerer Gasflaschen, was die Einsatzlage zusätzlich erschwerte.
Aufgrund der starken Rauchentwicklung und der Freisetzung von Brandpartikeln wurde eine Warnmeldung für die Bevölkerung herausgegeben. Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde eine Drohne des ASB zur Lageerkundung eingesetzt, um ein umfassendes Lagebild aus der Luft zu ermöglichen.
Für die abschließenden Nachlöscharbeiten kamen ein Kettenbagger des Technischen Hilfswerks sowie ein Bagger des Betreibers zum Einsatz. Mit deren Hilfe wurde das Brandgut auseinandergezogen, um verbliebene Glutnester gezielt ablöschen zu können. Unterstützen konnte hier auch der „Fachberater Bau“ Frank Trunz.
Der Löschzug Berg der Freiwilligen Feuerwehr Ettlingen stellte während des laufenden Einsatzes den Grundschutz für das Stadtgebiet sicher. Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde außerdem die Drohneneinheit des ASB alarmiert, die mit Luftbildern zur besseren Lagedarstellung beitrug.
Die Einsatzleitung vor Ort hatte der Marxzeller Kommandant Siegmund Fluderer; Unterstützt wurde er von Bürgermeisterin Sabrina Eisele sowie dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Dominik Wolf. Insgesamt waren über 100 Einsatzkräfte aus Marxzell, Waldbronn, Karlsbad, Ettlingen und Eggenstein-Leopoldshafen sowie die Berufsfeuerwehr Karlsruhe im Einsatz.
Die Notfallhilfe Marxzell versorgte die Einsatzkräfte mit Getränken und Essen. Verletzt wurde nach derzeitigem Kenntnisstand glücklicherweise niemand.
Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf mehr als eine Million Euro. Zur Brandursache dauern die Ermittlungen an.







